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FAQ Risikolebensversicherung

Häufig gestellte Fragen zur Risikolebensversicherung

–          Wer kann Vertragspartner der Risikolebensversicherung sein?

Grundsätzlich können nur der Versicherer und die Versicherungsnehmer die Vertragspartner der Risikolebensversicherung sein.

Ein Versicherungsnehmer ist der Beantrager der Versicherung und besitzt nach Abschluss des Vertrages die erwähnten Rechte, aber auch Pflichten, wie Einhaltung bestimmter Fälligkeiten und so weiter.

Auf der anderen Seite steht die Versicherungsgesellschaft. Sie muss im Todesfall des Versicherten, die Versicherungssumme auszahlen.

Zusätzlich zu den Vertragspartnern existieren sogenannte „Versicherte“ und „Bezugsberechtigte“, deren Identität gesondert angegeben wird.

Der Versicherte ist die Person, deren Todesfall zur Auszahlung der Risikolebensversicherung führt. Denn, diese Person muss nicht zwangsläufig ein Versicherungsnehmer sein.

Der Bezugsberechtigte erhält im Versicherungsfall die Versicherungssumme. Wird im Vertrag kein Bezugsberechtigter genannt, so erhält der Versicherungsnehmer die Summe. Sind der Versicherte und der Versicherungsnehmer dieselbe Person, dann gilt die Risikolebensversicherung als Nachlass, wird also unter Erbberechtigten aufgeteilt.

–          Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Zunächst sollte jeder zukünftige Versicherungsnehmer seine eigene Situation und die Lebenssituation des Versicherten betrachten. Welche familiären, geschäftlichen und finanziellen Gegebenheiten gilt es zu berücksichtigen? Eine spezielle Regelung, die für jedermann gilt, existiert nicht. Die Summe sollte ausreichend sein, um für längere Zeit als Familie oder Geschäftspartner über die Runde zu kommen. Für Bezugsberechtigte mit Familie ist es zum Beispiel ratsam eine Versicherungssumme zu wählen, die dem 3 bis 5-Fachen Jahresgehalt des Versicherten (oder des Hauptversorgers) entspricht. Bestehen noch Fälligkeiten, so müssen diese ebenfalls berücksichtigt werden, um diese im Versicherungsfall tilgen zu können.

–          Sind ärztliche Untersuchungen notwendig?

 Bei den meisten Versicherungsgesellschaften ist eine vollständige und ehrliche Beantwortung der Fragen zur Gesundheit des Versicherten ausreichend. Liegt die Versicherungssumme über 200.000 Euro oder der Versicherte hat eine gewisse Altersgrenze überschritten, dann müssen in der Regel ärztliche Untersuchungen Aufschluss über den exakten Gesundheitszustand des Versicherten geben. Ob und welche ärztlichen Untersuchungen eventuell notwendig sind, wird von Beginn an angezeigt.

–          Kann ich eine Risikolebensversicherung wieder kündigen?

Bei Risikolebensversicherungen bestehen immer Kündigungsfristen. Diese betragen im Normalfall einen Monat vor Ablauf des Vertragsjahres. Die Kündigung muss schriftlich durch den Versicherungsnehmer erfolgen. Eine Angabe von Gründen ist in der Regel nicht erforderlich. Wurden Ratenzahlungen als Zahlungsweise vereinbart, dann kann eventuell sogar innerhalb des Versicherungsjahres gekündigt. Nähere Auskünfte gibt die jeweilige Versicherungsgesellschaft.

–          Ist es möglich, die Versicherungssumme nachträglich zu erhöhen?

In der Regel müssen zumindest erneut die Fragen zur Gesundheit beantwortet oder zudem eine ärztliche Untersuchung wahrgenommen werden. Es existieren allerdings ein paar wenige Versicherungsgesellschaften, die bei Veränderungen im Leben des Versicherten, zum Beispiel die Geburt eines Kindes oder eine Hochzeit, die Erhöhung der Summe auch ohne jegliche weitere Prüfung ermöglichen.

–          Werden die Beiträge zurückerstattet, falls die Risikolebensversicherung ohne Eintritt eines Versicherungsfalls endet oder beendet wird?

Nein, dies ist nicht möglich, da dafür die Beiträge viel zu niedrig sind. Man kann sich diese derart vorstellen, dass die Beiträge die Verwaltungskosten und die Abschlusskosten decken und darüber hinaus für die Deckung aller Versicherungsfälle verwendet werden. Wird eine Versicherung beendet, ohne dass der Versicherungsfall eingetreten ist, dann werden die Beiträge nicht zurückerstattet.

–          Was ist der Unterschied zwischen Bruttobeitrag und Nettobeitrag?

Ein Bruttobeitrag, der ebenfalls Tarifbeitrag genannt wird, wird derart berechnet, dass selbst bei hoher Sterberate der Versicherten, noch alle Bezugsberechtigten ausbezahlt werden können. Kommt es jedoch nicht zu dieser bestimmten angesetzten Anzahl von Todesfällen, dann entsteht ein Überschuss, der sich aus Anteilen der Beiträge zusammensetzt. Zu weiteren Überschüssen kann es kommen, wenn der Versicherer weniger Geld für seine Leistungen verbraucht hat, als angeschlagen. Nahezu alle Versicherungsgesellschaften lassen ihre Kunden von diesen Überschüssen profitieren. Der Bruttobeitrag wird mit den Überschüssen prozentual verrechnet. Das Ergebnis dieser Berechnung ist der Nettobeitrag. Manchmal wird dieser Nettobeitrag Zahlbeitrag genannt.

–          Welchen Vorteil hat eine Unfall-Zusatzversicherung?

Die Unfall-Zusatzversicherung ist eine Erweiterung der Risikolebensversicherung. Im Todesfall durch einen Unfall wird die Versicherungssumme verdoppelt. Im Normalfall gibt der Versicherungsnehmer allerdings schon bei der Risikolebensversicherung die Summe an, die zum Leben nach Versicherungsfall, gebraucht wird. Aus diesem Grund halten viele die Unfall-Zusatzversicherung nicht für notwendig.

–          Gibt es zusätzlichen Schutz bei Berufsunfähigkeit?

Manche Versicherungsgesellschaften bieten einen solchen zusätzlichen Versicherungsschutz, als Ergänzung, an. Die BUZ (Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung) ist bei Versicherungsnehmern recht beliebt, da die BUZ die Beiträge der Risikolebensversicherung übernimmt, wenn beim Versicherten eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Des Weiteren wird, falls dies im Vorfeld vertraglich vereinbart wurde, eine Berufsunfähigkeitsrente ausbezahlt. Zu beachten gilt, dass nicht jede Versicherungsgesellschaft hohen Schutz für Berufsunfähigkeit bietet. Ist einem dieser Punkt wichtig, sollte man schon vor Vertragsabschluss der Risikolebensversicherung darauf achten, ob jene Leistungen der BUZ ausreichend sind. Weiter besteht immer die Möglichkeit, eine komplett eigenständige BUZ abzuschließen.

–          Wird auf die Leistungen Erbschaftsteuer entrichtet?

Sind Versicherungsnehmer und Versicherter die gleiche Person, dann wird die Versicherungssumme an den Bezugsberechtigten „vererbt“, sie unterliegt also vollständig der Erbschaftsteuer. Gerade bei unverheirateten Paaren kann das ein finanzielles Problem sein. Jeder Versicherungsnehmer sollte sich daher eingehend beraten lassen, um für sich die geeignete Lösungsansätze zu wählen. Sind nämlich Versicherungsnehmer und Versicherter nicht ein und dieselbe Person, dann kann die Versicherungssumme von der Erbschaftsteuer befreit werden. (Zum Beispiel die Frau ist Versicherungsnehmer und der Mann ist Versicherter).

–          Gibt es einen Unterschied zwischen Nichtraucher, Raucher und Pfeifenraucher?

Sehr viele Risikolebensversicherungen bieten günstigere Beiträge, wenn der Versicherte Nichtraucher ist. Die Bezeichnung „Nichtraucher“ wird jedoch nicht von jeder Versicherungsgesellschaft gleich definiert. Die Mehrheit der Versicherer betrachtet den Versicherten als Nichtraucher, wenn dieser seit 12 Monaten oder mehr kein Nikotin mehr durch rauchen zu sich genommen an, egal ob Zigarre, Pfeife oder Zigarette. Andere Versicherungsgesellschaften betrachten nur die Personen als Raucher, die Zigaretten rauchen. Raucht eine Person also mehr als 12 Monate keine Zigaretten mehr, so ist er Nichtraucher. Am besten ist es, alle Fragen ganz genau zu beantworten. Denn selbst als Raucher kann man eine Risikolebensversicherung mit ausgezeichnetem Preisleistungsverhältnis abschließen. Aus diesem Grund werden schon bei Antragstellung die Fragen sehr genau formuliert, sodass jeder bei eventuellen Vergleichen, die für sich passende Versicherung findet.

–          Versicherter wird nach Vertragsabschluss zum Raucher, was nun?

Wurde die Risikolebensversicherung vertraglich mit einem Versicherten als Nichtraucher abgeschlossen oder findet explizit nur der Nichtrauchertarif Anwendung, dann muss der Vertrag dementsprechend geändert werden. Der Versicherte ist nicht mehr als Nichtraucher einzustufen. Denn hat eine Versicherter oder der Versicherungsnehmer nachweislich gelogen, dann kann die Versicherungsleistung erlöschen.